Zwischen Autobahn und Autobahn – Wien zum Weinen

Es regnet und es regnet und wenn es nicht regnet, dann schifft es. Wie unser lieber Koch Fiete schon berichtete, haben wir den Schwarzwald hinter uns gelassen, den Bayerischen Wald durchstreift und mittlererweile dos guade olle Ösiland erreicht.

Im Schwarzwald gibt es nur Gaslampen, Strom ist verpönt.

Im Schwarzwald gibt es nur Gaslampen, Strom ist verpönt.

Interessanter Weise versteht man die Leute hier besser als zu Hause, abgesehen von der polnischen Chefin des Zeltplatzes in Inzell an der Schlögener Schlinge.

Kamerafrau im Schlafsack.

Hinter dem Tannenzapfen im Tal ist die Donau bei Schlögen, vielleicht.

Schlinge klingt gefährlich, ist es auch wenn der Wind richtig bläst und unser Kamerafloß gegen das Ufer drückt und der Regen in die Horizontale übergeht, man aus Arbeitsschutzgründen FlipFlops trägt und sich rechts und links Schubverbände über den noch schmalen Fluß drängeln. Aber keine Bange, die gewünschten Bilder sind soweit im Kasten, wenn auch zwei Tage zu spät.

Die Brüder beim Überfall auf eine unschuldige Fahrradfähre.

Die Brüder beim Überfall auf eine unschuldige Fahrradfähre.

Schwimmende Kompassnadel.

Schwimmende Kompassnadel.

Apropos Verspätung. Das hat eigentlich sein Gutes. So haben wir immer unseren „Anschlußregen“ und müssen uns nicht mit der doofen Sonnenstellung im Schnitt abgeben. Unser Puffer sieht vor uns so lange zu verspäten, bis wir „Anschlußsonne“ brauchen, vielleicht in der letzten Woche, oder so.

Der Schwarze V.....Block.

Aber erst mal zurück zum Schwarzwald. Nachdem wir die Sonne der ersten beiden Tage abgewählt hatten trafen wir einen lässigen Angler im Regen. Herr Frei aus Beuron war so liebenswürdig das fröhliche Antlitz des Schwarzwaldes zu miemen. Miemen ist natürlich Quatsch, weil er wirklich bis in die Knochen nett ist, geduldig und gastfreundlich.

Herr Frei beim Hardcoreangeln im Regen

Auch die Naturparkverwaltung outete sich als Bürokratie auf Speed, indem sie innerhalb von 15 Minuten eine Sondergenehmigung für einen gesperrten Flußabschnitt ausgab, der von scheuen Eisvögeln, fetten Biebern und endemischen Pflanzen bewohnt wird. Bis auf die Pflanzen, die nicht wegrennen können haben wir aber keine Anwohner getroffen. Ach ja habe ich schon erwähnt, das es regnete.

Die Brüder Hoffmann zwischen Mammutbäumen im Vorgarten des Zeltplatzes.

Der Bayerische Wald ist der Hammer, besonders in der Regenzeit von Mai bis Oktober. Nebelschwaden ziehen durch geheimnisvolle Auen, der Auerochse röhrt und die Artillerie der Bundeswehr schießt lustige, bunte Abwehrraketen in den sternenfreien, triefend grauen Himmel.

Eine 7D mit Sucher, den nur die BORG benutzen können.

Die Zecken sitzen rauchend unter Regenbogen-Regenschirmen und verschieben das Saugen an menschlichen Weichteilen auf wärmere Tage im nächsten Jahr, oder übernächstes. Durch den Wald streifen dann nur noch Ludwig und Hans und wer das ist erfahrt ihr im Film.

Im Sucher ist es immer ohne Regen und Schwarz-Weiß.

Im Sucher ist es immer ohne Regen und Schwarz-Weiß.

Nun sind wir gerade in Wien angekommen. Na ja, sieht genauso grau aus, wie unser geliebtes Berlin, Stau auf der Autobahn, grimmig dreinschauende Leute, Sexshops und Bettwäscheläden ohne kausalen Zusammenhang. Unser Campingplatz liegt zwischen zwei Autobahnen, dezent durchquert von einer ICE-Strecke. Die Heringe unserer Zelte stoßen nach 2 Zentimetern auf Stahlbeton aus dem Dritten Reich. Der gesamte Komplex ist unterbunkert, am Eingang steht „Campen macht Frei“ und die Pissbecken sind „Alpenländische Kaltwasserurinale“. 2000 rumänische Zeitarbeiter zelten mit ihren jeweils 12-köpfigen Kleinfamilien in Rufweite zu uns. Gipsy-Olé. Trainingslager für die Donaufahrten im Lande Draculas.

Hier nicht im Bild. Ein UFO.

Ansonsten ist es schön und wir freuen uns auf den Drehtag morgen auf der Alten Donau: Alte Häuschen, Kaffees, Rudervereine, die OPEC und die Internationale Atomaufsichtsbehörde. In der Hoffnung auf Sonne, Wiener Kaffee und Sachertorte mit linksdrehenden Walzer. Euer…

Lutze

Das Schaf im Wolfspelz. Unsere Flicka.

PS: Es ist eben Hundewetter.

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Intro: Berlin || Filmemacher Dies und Das: || Berlin Beruf: Autor || Regisseur MonstaMovies Filmproduktion Berlin GmbH Seelower Strasse 5 | Fabrikgebäude HH 4.OG 10439 Berlin :: http://monstamovies.com -------------------------------------------------------------------------------

2 responses to “Zwischen Autobahn und Autobahn – Wien zum Weinen”

  1. Siiri says :

    Um den Regen beneide ich Dich nicht, hier in Kölle regnets ebenfalls und das noch wenigstens bis morgen…

  2. Karina Müller says :

    Großartig geschrieben, ich hock ja quasi auch im Schwarzwald rum und kann das mit dem Regen nachvollziehen. Ja der nervt auf dauer! Liebe Grüße

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