Wiedersehen macht Freude – Links Buda, rechts Pest?

Ganz dicke Kumpels: Herr Schubauer und Donaut Niels in Visegrad.

Ganz dicke Kumpels: Herr Schubauer und Donaut Niels in Visegrad.

 

Plitsch, platsch wir haben es geschafft und sind bereits in Budapest. Die ersten 800 Kilometer unserer Reise haben wir in Armen, Händen und Rücken – die Erinnerungen schlagen schon jetzt Purzelbäume. Zuerst einmal viele Grüße an alle, besonders und ausdrücklich von Herrn Schubauer aus Visegrad! Der hat sich über unseren unangemeldeten Besuch sehr gefreut und war von den im Frühjahr von Lars angefertigten Bildern sichtlich begeistert. Ihm geht es jedenfalls gut, auch wenn er es recht schade fand, dass wir nicht schon eine Woche eher zu Besuch waren, er hätte uns gern eingeladen. Dann hätten wir mit dem originellsten aller originalen Donauschwaben seine 50. Hochzeitstag feiern können, so blieb uns nur mit ihm gemeinsam die Fotos aus der Kirche und der großen Familienfeier im heimischen Garten zu bewundern (mit einer Riesentorte mit einer großen „50“ drauf und vielen lachenden Gesichtern). Nach den Fährleuten im österreichischem Schlögen nun eine weiteres Wiedersehen mit einem sehr netten „Gesicht der Donau“. So was geht tief, macht viel Freude. Diese Menschen machen die Orte für uns schön, sorgen für die guten Eindrücke  und erinnern uns daran, dass die hier siedelnde Menschheit halt nicht nur aus degenerierten, ewig nervenden und rücksichtslosen Motorbootpiloten – an denen hätte der Lutz ganz sicher seine Freude – besteht. Unsere Begegnungen mit dieser Art von Menschen habe ich im Rahmen aktiver Erlebnisbewältigung gerade für die zweite Donaukolumne im online-Kanumagazin verarbeitet, iss aber a bisser`l grantelig g`wordn.

Wie läufts denn so paddeltechnisch? Jut. Es ist halt immer noch sehr sonnig, das Gewässer aus der Kanuperspektive erst ab der Slowakei und Ungarn wieder wirklich angenehm (mit Kieselstränden, Badepausen und dichten Wäldern). Vorher demonstrieren unsere österreichischen Nachbarn wie extrem ein Fluss verbaut und zum Krüppel geschlagen werden kann, von Fluss kann man da an manchen Stellen eigentlich kaum mehr sprechen, das stimmt traurig und steht so auch nicht im Reiseführer! In Österreich hatten wir 9 Schleusen (9 mal auspacken, 9 mal Kanus verladen, 9 mal umsetzen, einsetzen, einpacken, losfahren). Da kommt Freude auf, zumal einige dieser Anlagen von phlegmatischen, nackten Menschen regelrecht bedeckt waren (ähnlich wie auf den Aufnahmen von diesem Fotografen der hunderte Nackte auf öffentlichen Plätzen in einem Bild festhält – nur das man die meistens anschauen kann ohne zu leiden). Auf den restlichen 1700 Kilometern kommen dann noch drei Schleusen und hoffentlich weniger nackte Glotzer auf den Bootsrampen, so es denn überhaupt welche gibt. Auch hinterlassen die Österreicher in Sachen Gastfreundschaft eher gemischte Gefühle. Wir hatten das Glück auch auf sehr nette, interessierte, hilfsbereite, intelligente, aufgeschlossene, humorvolle und interessante Menschen in diesem Land zu treffen. Aber eben auch auf einige maulfaule, arrogante, schnöselige, machohafte, tumbe, absolut unfreundliche. Solche Begegnungen können einem manchmal den Tag schwer machen, ich wünsch mich dann an einen anderen Ort, mit besseren Menschen, aber auch das gehört zum Reisen, leider.

Strategisch gewinnt das ganze Unterfangen derzeit ein wenig an Spannung, denn wir hinken unserem eng gestricktem Zeitplan ein wenig hinterher. Das hält wach und munter. Bei einem Langstrecken-Hundeschlittenrennen würde man jetzt noch nicht mal die gefrorene Stirn kräuseln oder gar daran denken über Planänderungen nachzudenken (Schon die Vorstellung an richtige Kälte lässt mich dieser Tage weniger schwitzen). Wir haben ja noch mehr als anderthalbtausend Kilometer bis zur großen schwarzen See* und jede Menge Raum für taktische Kniffe und strategische Tricks. Und schließlich haben wir mit Malin, Lars und Flicka das geballte Hundeschlitten-Langstreckenrennen-Taktik-Wissen im Team. Molle und ich sind da nicht ganz so professionell drin, dafür sind wir recht gut im schattenfinden und im pausieren. Was ich eigentlich schreiben wollte: Ruhe bewahren, durchhalten, irgendwann werden die Pausen halt gestrichen und es wird nur noch gepaddelt. So machen die Musher das jedenfalls bei den Hundeschlittenrennen, sagen Malin und Lars. Wobei die dann natürlich nicht Paddeln, würde ja im Winter auch keinen Sinn machen. Apropos Sinn: in diesem Sinne.

* So viel sei schon mal verraten: Das schwarze Meer ist ungefähr so schwarz wie die Donau blau. Zum Glück, sonst wären wir am Ende in Florida.

Lars bei der Arbeit in WIEN.

Lars bei der Arbeit in WIEN.

Team Cold-Nose erreicht Bratislava.

Team Cold-Nose erreicht Bratislava.

Malin bereitet sich auf den Grenzübertritt in die Slowakei vor.

Malin bereitet sich auf den Grenzübertritt in die Slowakei vor.

Abendessen in Bratislava.

Abendessen in Bratislava.

Donauten-Pause mit angreifenden Wolf von rechts.

Donauten-Pause mit angreifenden Wolf von rechts.

Alles zusammen für den Ausflug ins Niemandsland?

Alles zusammen für den Ausflug ins Niemandsland?

Nix Pitbull! Husky im Tarnanzug.

Nix Pitbull! Husky im Tarnanzug.

 

 

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About Donaut Niels

... gibt es eben auf www.cold-nose.de

One response to “Wiedersehen macht Freude – Links Buda, rechts Pest?”

  1. sbiene says :

    schön von euch zu hören und einen dicken knutsch an flicka und molle

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