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Der Working Class Hero und das Großserbische Reich

Es war einmal ein einfacher Mann. Er lebte ruhig und zufrieden an einem großen Fluß. Er hatte viele Ziegen und Hühner, ein paar Karnickel und eine Frau, die auch soweit in Ordnung war. Der Mann war nicht besonders groß und auch nicht besonders schlau, aber das mußte er auch nicht sein, denn alles lief beschaulich vor sich hin. Irgendwann gebar im seine Frau eine kleine Tochter.

Sich helfen, schützt vorm Abstürzen

Sie war unerwartet hübsch, aber irgendwann hat auch der schlichteste Mensch mal Glück. Das Mädchen wuchs heran und als es 6 Jahre alt war, wollte es ein eigenes Zimmer haben und nicht mehr in der Kammer neben dem Ziegenstall wohnen, ausserdem fand das Mädchen seine Kleidung nicht mehr schön und wünschte sich mehr und mehr bunte Bänder im Haar. Zu dieser Zeit begab es sich, dass der König des Reiches mit anschauen mußte, wie sich sich die Fürsten seiner schönsten Ländereien von ihm abwanden um ihr eigenes Ding zu deichseln.

 

Den alten Scheiß über Bord werfen, hilft auch.

Der König war zwar arm, hatte aber eine Menge vergammelter Schwerter im Keller liegen, denn früher war er ein großer Feldherr gewesen. So sandte der König seine Herolde aus um seinen Schwertern wieder Hände zu geben. Die Herolde erreichten auch den auch den einfachen Mann und versprachen ihm eine größeres Haus, mehr Ziegen und mehr Hühner, die auf der anderen Seite des Flußes warten. Er müßte nur dieses Schwert nehmen und ihm folgen. Die Tochter kriegte dies mit und erinnerte ihren Vater schmollend an das große Zimmer, bunte Bänder und so weiter. Also zog der Vater los. Dann war er viele Jahre unterwegs. Der König wollte seine Ländereien zurück und stänkerte mit allen Nachbarn herum. Die abtrünnigen Fürsten hatten aber keinen Bock auf des Königs Chefgetue und wehrten sich heftig.

Wenn aus heißer Luft, sinnloser Ernst wird.

Als sie sahen, dass ihre Wehr funktionierte fingen auch sie an, mit ihren Nachbarn zu stänkern. Jedenfalls bekam die Tochter nicht ihr Zimmer, der Vater verlor Frau, Zähne, Haus und Hof. Er lebt noch immer, aber alles andere als glücklich – seine Augen sind traurig. So gehen echte Märchen aus.

Die zwei Glorreichen Drei

Lutze

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Sonne gefunden. . .

Tja, da hat Lutz ja schon alles Wichtige berichtet und da er schon wieder, BEI REGEN, auf der Donau unterwegs ist und ich heute einmal keine Funktion habe, da wir das Frühstücksbuffet des Hotels allmorgentlich plündern und heute Abend dann in eine Kroatische Pinte einreiten werden, charterte ich mir ein Kajak und paddelte los, um herauszufinden, ob da irgendwo auf dieser Welt doch noch die Sonne scheint.
Nun ja, seht selbst….nach ungefähr 26 Minuten stromabwärts und der Überholung von ungefähr 255 Erholungsdampfern ließ ich das Donaudelta hinter mir und paddelte weiter über die Weiten des Schwarzen Meeres, immer leicht Südwestlich bis ins Mittelmeer und weiter in den Atlantischen Ozean. Irgendwann kam dann eine kleine Barriere wo ich mein Kajak kurzzeitig über Land schleppen musste, aber die Nicaraguanischen Einwohner waren sehr hilfsbereit und so konnte es nach nur zehn Minuten und mit frischem Wasser und exotischen Früchten beladen weitergehen. Immer Richtung Westen. Und siehe da, der Himmel „ross“ auf und die Sonne „schon“. Irgendeine kleine Insel im Südpazifik. Nun sitz ich hier am Strand und mein UMTS Stick funktioniert mit Höchstgeschwindigkeit, so dass ich mal ganz fix diesen Blog in die Welt verschicken kann.
Könnte noch stundenland von Sonne, Strand und Meer schreiben, aber muss in drei Stunden wieder in dem Hotel in Osijek sein, um mir die verregneten Tagstories des restlichen Teams anhören zu können. Hab extra Sunblocker 1480 aufgetragen damit keiner Verdacht schöpf. ;-) (springe dann auch nochmal schnell in die Donau in voller Klamotte und erzählen ihnen dann, dass ich sie soooooo gut verstehen kann, da ich ja auch den ganzen Tag im Regen unterwegs war, um Provianteinkaufmöglichkeiten zu recherchieren.

Also, nix verraten.

Bis dahin

Fiete

Böse Hobbitze und liebe Golloms

Ungarn, mein Ungarn. Weites Land der vielen Üs und Ös, gewürzt mit Ypsilons und scharfer Paprikapaste. Ungarn, mein Ungarn. Beliebter Alterssitz, gebrechlicher Deutscher und pensionierter Alpenländer. Donau, liebste Donau – du warst osmotischer Strom eines sich organisch einigenden Europas – bis die EU kam. Wieviele Lebensläufe nahmst du in dich auf, wie nun auch die Regentopfen von meiner undichten Regenjacke? Lachend und jauchzend treiben sie nun, diese hydroaffinen Seelen hin zu einem unbekannten, tiefblauen Meer. Molekül für Molekül abgewaschen von meiner Haut, bin ich schon lange auf dem Weg, der mir noch bevorsteht. Gut das Körperzellen nachwachsen.

Sam? / ja Frodo / Sam? / ja Frodo / ähm Sam? / Ach leck mich..!

Die Donau ist ein verdammt fetter Fluß, und lang und kompliziert, wie die Sprachen an seinen Ufern. Selbst hier in Visegrader Land trifft man auf Leute die eine Sprache von vor dreihundert Jahren sprechen, die dem Deutschen ähnelt, mit ein bissel Schwäbisch und Jiddisch drinne. Donauschwaben, Donauschwalben, Donaupappeln, Donauhobbitze und Donaugolloms. Ich habe Lars verboten seine 4/5-Outdoor-Hose  anzuziehen, die Füße wirken zu groß und machen einen zu einem zwergenhaften Gut-Huminiden, wie den Knallkopp Frodo. Parallel dazu haben ich Niels gebeten, sich was anzuziehen, das Toupee zu tragen und zu warten bis der Fisch gekocht ist.

Maiihnnn Schaaaaatzzz!

Wir sind böse, wir haben die Slowakei ausgelassen. Eine Bratislava-Durchfahrt war geplant, ist aber gestrichen, keine Chance wir müssen flitzen. Ausserdem ist ist die Donau auf slowakischer Seite eine Bootsautobahn und auf der ungarischen das genaue Gegenteil.

Fahn, fahn, fahn - auf der Nicht-Autobahn!

Die Gegend um Dunakillitti ist der Hammer. Bienen summen, so dass ein ziemlich betörendes Grundrauschen entsteht, Vögel brüten und dicke Spinnen finden unsere Zelte interessant. Endlich Sonne, die Sachen trocknen, das Rheuma aus den Knochen bretzeln, Wäsche waschen und barfuß laufen. Zwei Tage nur: der Markt, Langosz, Grillenzirpen, Sonnencremé in den brennenden Augen und es wird vorbei sein, mit der Sonne meine ich.

Himmelherrgottnochmalundeinsistdasschön.

Das musikalische Duo "Langosz & Langosz" mit einem Strauß bunter Melodien.

Jetzt gibt es wieder Anschlußregen in Strippenform. Unser Küchenmobil sackt immer weiter in die Wiese ein – und wie das aussieht erzähle ich ein anderes Mal.

Lutze

PS: Die Mannschaft respektiert mich zum Glück…

Respekt muß man sich erarbeiten, aber nicht heute!

… aber Editorin Vanessa ist ja nun da – und Fiete nicht mehr allein im Küchenmobil, in dem jetzt nicht mehr nur Möhren geschnitten werden.

Vanessa kocht ihr eigenes Süppchen

Kaiserwetter, Kaiserwasser und eine Kardinalsschnitte

Ich muß Wien nun doch in Schutz nehmen. Obwohl zwischen Holländern und einer ukrainischen Ralley-Mannschaft interniert, meint es die Stadt gut mit uns. Pünktlich zum Drehtag 9, beschert man uns perfektes Wetter um den Teil 1 der Reihe mit Sonne, blauen Himmel und plätschernden Wasser ausklingen zu lassen.

Das Uschi-Kamerafloß ist innerhalb von Sekunden errichtet

Die Alte Donau steht in keinem Kreuzfahrtführer, da die Blecheimer dort nicht reinfahren dürfen und können. Und das ist gut so. Dort wird zwischen mediterranen Wochenendhäuschen nur mit Elektrobooten, Zillen und Plött´n herumgegurgt.

Das Haus der 150-jährigen Piraten.

Familie Hadek wohnhaft im kleinen weißen Häuschen am Kaiserwasser, im übermächtigen Schatten der häßlichen UNO-City gab uns gute Tipps und den Kontakt zur lustigen Frau Auzinger, die wir im Film sehen werden. Ich sage nur: 81 Jahre und fit wie Turnschuh. Schwimmen und Radfahren ja – Walzer Fehlanzeige.

Aloha - jo dis Glitzerlichtle is fei schie

Jedenfalls bin ich mit den Wienern soweit ausgesöhnt, da die , die wir trafen, den Touri-Quatsch am Prater und am Stephansdoof genauso bekloppt finden. Das wahre Wien ist nur mit offenen Herzen und Augen zu finden und versteckt sich vielleicht im gepflegten Garten einer Laubenkolonie.

Dort Urlaub machen, wo andere Arbeiten.

Die zwei Typen, die sich ständig in unserer Bilder schummeln.

Das ist das Hadeksche Wien, Danke Susanne.

Großen Dank an Anja Schäfer, „Pirat“ Martin, Frau Auzinger und Familie Hadek. Ungarn wartet, mit neuem Regen, neuen Orten und Menschen – Tschüß Wien, und hör auf, einen auf Berlin zu machen, der Stau am Kaiserdamm ist nicht nachahmenswert.

Wien Daundaun - Meijami Weiß

Lutze

PS: Drogen: wie Clausthaler Alkfrei, Gitanes und freiwilliger Schlafentzug.

Lutz und sein geklautes Fahrrad.

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